Mailänder Tagebuch #2

Während den ohnehin recht kurzen Wartezeiten sind alle Gäste dazu verdammt einem Hasen zuzuschauen der immer dann in die Höhe springt, wenn ein zweiter Hase auf ihn zuläuft. Die Szene wiederholt sich mehrere Male. Nach den Hasen kamen weitere Tiervideos in Endlosschleife. Und dennoch bleibt auch der 70-jährige Kellner zwischendrin stehen, um genauer hinzuschauen. Ein rotes Moretti, eine Margherita, ein Espresso. Das Abendessen war wunderbar italienisch.

Heute, am dritte Tag, bin ich endlich auch in der Forschung angekommen. Bereits vor Reiseantritt war mir klar gewesen, dass die Kontaktaufnahme mit potentiellen InterviewpartnerInnen besser hätte verlaufen können. Mit nur zwei bestätigen Interviewterminen war ich nach Mailand gefahren; angetrieben von einer nicht unwesentlichen Portion Optimismus. Ich würde auf jeden Fall einiges lernen. Und tatsächlich – nach den ersten beiden Tagen konnte ich bereits zwei weitere Interviews vereinbaren – nur die städtischen Behörden zeigen so gar kein Interesse an der Teilnahme zur Studie. Glücklicherweise kann aber genau deren Verhalten auch wunderbar anhand öffentlicher Aussendungen überprüft werden, und an der Tatsache, dass eben kein Interesse zur Teilnahme besteht. Schade eigentlich.

Get over it, 2015. Photo: stadtgeselle

Get over it, 2015. Photo: stadtgeselle

Nach den ersten drei Tagen bleibt allerdings vor Allem eines: Mailand ist tatsächlich eine Metropole; eigentlich hat niemand Zeit. Und trotzdem ist aufgeben keine Option. In nur zwei Tagen konnte ich die Anzahl der Interviews mit Experten verdoppeln. Dass die Definition des Experten nicht nur ProfessorInnen beinhaltet, ist eine andere Frage.

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