Overdrive – Istanbul in the New Millennium.

Ein paar Bilder aus dem Istanbul der 1930, bizarre Interviews mit fröhlich auf einer Schaukel spielenden Mädchen erzählen Geschichten die es schwer haben in Wien auf Glaubwürdigkeit zu stoßen.

Nachhaltig ist, was nah ist. 3 Stunden jeden Tag pendeln zwei Frauen zwischen ihrer Heimat und ihrem Arbeitsplatz. Beides in derselben Stadt. „Overdrive: Istanbul in the New Millennium“ feierte beim diesjährigen urb4nize! Festival mit dem Schwerpunkt Utopie seine Österreich Premiere. Außer Thomas und mir waren deshalb noch weitere Zuschauer gekommen und auch der Regisseur Aslihan Unaldi hatte Platz gefunden.

Overdrive entwickelt sich entlang einer Erzählung die jedem Geschichtsbuch entnommen werden kann. Römisch, Byzantinisch, Ottomanisch; später erstmals besetzt durch fremde Truppen und eine neue Identität. Nach der Verlegung der politischen Hauptstadt nach Ankara im Jahre 1923 suchte und fand Istanbul seine neue Bestimmung. Seitdem strömen täglich neue Menschen in die Metropole am Bosporus und siedeln sich meist in informellen Siedlungen am Stadtrand ein. Ein Vergleich mit den Barriadas vor Lima ist hier nicht fehl am Platz. Doch mit einer Veränderung kämpft sie Stadt bis heute: Das Automobil als Besetzer des öffentlichen Raumes, Gefahr im Alltag, Verschmutzter der Umwelt und missverstandenes Transportmittel mit verlorenem Auftrag. Stunden über Stunden quälen sich jeden Tag hunderttausende über die Meerenge die den europäischen und den asiatischen Kontinent voneinander zu trennen versucht.
„Overdrive: Istanbul in the New Millennium“ akzeptiert die Stadt und nimmt sie mit ihren Stärken und Schwächen an. Mit beeindruckenden Bildern werden Themen herausgearbeitet und nicht nur Experten, sondern auch EinwohnerInnen (formell und informell) kommentieren. Kurzweilig beschreibt Ashilan Unaldi eine mögliche Katastrophe und die Gefahren für die blühende Stadt deren Straßen zum pulsierenden Geschwür verkommen sind.

P.S.: Anschließend fand noch eine Diskussion statt – ein langer Arbeitstag forderte allerdings seinen Tribut.

2 Kommentare

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