Sozialpolitische Spannungen in Lagos

Wenn delokalisiertes Kapital auf die Gesellschaft Einfluss nimmt 

Von Michael Anranter

Wer sich auch nur in geringem Maße für Wolkenkratzer und Bauwunder der Moderne interessiert, konnte in den vergangenen Jahren immer wieder feststellen, dass nicht nur einzelne Gebäude, sondern ganze Stadtviertel aus dem Boden gestampft, und der urbane Raum zunehmend verdichtet wurde. Wie Pilze wachsen Gebäude quasi über Nacht in den Himmel und das Staunen über Größe, technischen Aufwand und Prestige, lassen kritische Anmerkungen der SkeptikerInnen oftmals im Jubelgeschrei untergehen.

Dem UN Habitat-Bericht „The State of African Cities 2010“ zu Folge, wird sich die Zahl der Menschen, die in den Städten Afrikas wohnen und leben in den kommenden 40 Jahren verdreifachen. Dann könnten rund 60 Prozent der afrikanischen Bevölkerung oder 1,23 Milliarden Menschen unter unterschiedlichsten Bedingungen in den Metropolengebieten wohnen. (vgl. UN Habitat, 2010 :1f)

"Bar Beach at Victoria Island" by Mayke SassenAuch in der nigerianischen Wirtschaftsmetropole Lagos wird eifrig gebaut. Auf einem, der Stadt vorgelagerten Strandabschnitt, soll ein neues Viertel, ein Aushängeschild für die Welt, entstehen. Über 400.000 Menschen sollen in dem neuen Stadtviertel „Eko Atlantic“, dessen Herz ein modernes Finanzzentrum beherbergt, in Zukunft ihren Lebensalltag bestreiten. Während internationale Kooperationen neue Stadtviertel errichten, bilden sich am Rande der Metropole immer größere, teils informelle Vorstädte, konzeptuelle Edge-cities (vgl. Beauregard/Haila, 2000), deren Bedeutung für den Wirtschaftsaufschwung einerseits wesentlich ist, andererseits der soziopolitische Einfluss durch physische, mentale und partizipative Diskrepanzen immer mehr zu schwinden scheint. Warum, weshalb und wie Investitionsprojekte im subsahara-afrikanischen Raum Einfluss auf die politische Selbstwahrnehmung der sozioökonomisch benachteiligten Bevölkerungsgruppen nehmen, soll anschließend, unter Berücksichtigung lokaler Besonderheiten, diskutiert werden.

Die politische und sozioökonomische Nachhaltigkeit bei der Expansion und Neugestaltung von Städten im subsahara-afrikanischen Raum bringt eine angenommene hegemoniale Struktur zum Ausdruck, wie sie idealerweise das Zusammenleben innerhalb eines begrenzten Raumes langfristig ermöglicht und Konflikte frühzeitig erkennbar macht.

Während in einer Vielzahl an Städten weiter Geld in Großbauprojekte investiert wird, stellen sich neben der ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit, auch Fragen nach den soziopolitischen Implikationen und möglichen Konfliktherden. Das Forschungsinteresse liegt somit direkt im Bereich der politischen Selbstwahrnehmung jener Teile der Bevölkerung die auch langfristig keinen Zugang zu den neuen Stadtteilen mit Einkaufsmeilen und upper class housing areas haben. Konkret wird gefragt: Wie beeinflusst delokalisiertes Kapital die politische Selbstwahrnehmung jener Bevölkerungsteile, die keinen Zugang zu den neuen Vierteln haben und in relativer Armut marginalisiert leben?

Um die Fragestellung weiter zu konkretisieren, ist es hilfreich an dieser Stelle einige Hypothesen einzubringen, welche im Zuge des Textes verifiziert, oder eben auch falsifiziert werden können.

  • Wenn delokalisiertes Kapital Großprojekte realisiert, können architektonische Hindernisse zur physischen Trennung von Räumen mit eingeplant werden
  • Wenn ein Stadtteil weder Geschichte noch Konnotationen in den ehemaligen BewohnerInnen hervorruft, dann kann dieser nicht positiv angenommen werden
  • Räumliche Abgrenzungen vergrößern die sozialen und somit auch politischen Konflikte zwischen ökonomisch privilegierten und weniger privilegierten Gesellschaftsschichten in verschiedenen Stadtvierteln
  • Die Spezialisierung spezifischer Stadtviertel innerhalb von Metropolen führt zu einer größeren sozialen Solidarität zwischen den Menschen, aber zu geringerer Solidarität gegenüber jenen Menschen die in anderen Stadtvierteln ihren Alltag verbringen.

Aus den Hypothesen, den folgenden theoretischen Rahmenbedingungen und der Konkretisierung delokalisierten Kapitals ergibt sich die Relevanz der Arbeit, die einerseits helfen soll die soziopolitische Nachhaltigkeit von Großprojekten kritisch zu analysieren und andererseits eine Basis zur methodischen Erforschung der Stadtstrukturen in Subsahara-afrikanischen Regionen darzustellen.

Um eine Basis zur Beantwortung der Fragestellung zu schaffen, ist es notwendig mehrere Definitionen vorzunehmen, die keine allgemeine Gültigkeit beanspruchen, sondern vielmehr auf die im Text konkret behandelten Umstände Bezug nehmen. Zu den wichtigsten Begriffen und Konzepten gehören zunächst der Armutsbegriff, die Meta-Strukturen einer Metropolenregion, sowie die sozio-politische Nachhaltigkeit.

Armut – Der Begriff der Armut wird in der Kultur- und Sozialanthropologie, sowie auch in sämtlichen anderen sozialwissenschaftlichen Disziplinen kontrovers diskutiert, wobei zwei Dimensionen ein besonders großer Einfluss zugesprochen werden kann. „Im Hinblick auf das theoretische Grundverständnis des Phänomens stehen ökonomischen Konzepten, die Armut im Wesentlichen als Mangelversorgung mit materiellen Gütern und Dienstleistungen begreifen, sozio-kulturell orientierte Betrachtungsweißen gegenüber“. (Thibaut; in Nohlen, 2005 :37f) Entsprechend der Theoretisierung opponieren auch die daraus resultierenden Formen der Operationalisierung des Armutsbegriffs, wobei durchaus Tendenzen hin zu einem breiter gefassten Armutsbegriff festgestellt werden können. Erstmalig nahm etwa der UN Human-Development-Report 2013 nicht nur auf Wachstumsindizes, definiert durch Einkommen pro Kopf, sondern auch Faktoren wie etwa Bildung, soziale Ungleichheit, Lebenserwartung und Gendergerechtigkeit Bezug. (McVeigh, 2013 :URL)

Um möglichen Faktoren und Mechanismen der Armut nicht bereits ex ante auszuschließen kommt in diesem Paper ein Ansatz zur Geltung der von Armut als relative Deprivation, respektive relativer Entbehrung innerhalb eines sozialen Kontextes spricht: „This measurement is based on the level of income necessary for individuals to participate in the wide range of roles, relationships, and consumptions that constitute full membership of the society in which they live“. (Walker; 1996 :656) Der Bezug auf eine spezifische Gesellschaft ist im Weiteren von Bedeutung, da der Kontextualisierung von Zeit und Raum, sowie den daraus resultierenden Konstellationen innerhalb einer Gesellschaft, Gewicht verliehen wird.

Interessant ist, dass Townsend, Urheber des Konzeptes der relativen Entbehrung in Hinblick auf die tatsächliche Verdinglichung von Armut von ordinary living patterns spricht (vgl. Townsed, 1979 :1) und somit auf gesellschaftlich bedingte Lebensmuster in der Bewältigung des Alltags verweist. In Bezug auf Lagos, und das Stadtviertel „Eko-Atlantic City“, kann, aufgrund vorherrschenden struktureller Ungleichheiten der AkteurInnen, von unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten zur Teilhabe an einem neuen Zentrum innerhalb einer Metropolenregion gesprochen werden. Da externe InvestorInnen, sowie auch deren lokalen PartnerInnen, die neuen Stadtteile als Standard zu vermitteln versuchen, können all jene Menschen als von relativer Deprivation betroffen definiert werden, deren Ressourcen weit unter jenen der durchschnittlichen BewohnerInnen des Stadtteils liegen. Aufgrund mangelnder Ressourcen können diese Menschen nicht an den alltäglichen Lebensmustern, Tätigkeiten und Gebräuchen teilnehmen und werden somit in den eigenen Räumen innerhalb der Metropolenregion zunehmend marginalisiert. (vgl. Townsed, 1979:1)

Meta-Strukturen einer Metropolen – Obschon der unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten der BürgerInnen, kann es innerhalb eines urbanen Raumes dennoch zu vielseitigen Formen der Betroffenheit kommen. Ein Blick auf die Meta-Strukturen der Metropole zeigt auf, dass Stadtviertel zunächst als losgelöst oder voneinander getrennt erscheinen, dennoch miteinander in Verbindung stehen. Um eine potentielle Interferenz darstellen zu können beziehe ich mich deshalb auf die konzeptuellen Strukturen einer Edge City. Dies lässt nicht nur eine Beeinflussung der sozio-politischen Selbstwahrnehmung der ökonomisch weniger privilegierten Bevölkerungsschichten durch großangelegte Bauprojekte zu, sondern erkennt Formen der Trennung innerhalb des urbanen Raumes.

Die Teilung des Raumes innerhalb einer Stadt definiert sich über mehrere Faktoren. Neben der geographischen und physischen Trennung ist insbesondere auch eine inhaltlich-funktionale Trennung nachweisbar: „Even though edge-cities might be more self-sufficient than their central cities, they perform specialized functions that are significantly different from the functions performed by the older downtowns. […] These edge cities are very much the products of real estate speculation”. (Beauregard/Haila, 2000 :29)

Diese zunächst durch Funktionalität zu erklärenden Trennungen innerhalb einer Metropolenregion führen Robert A. Beauregard und Anne Haila im Weiteren auf drei Faktoren zurück, wobei sie anerkennen, dass die räumliche Konzeption die urbane Realität nie perfekt zu reflektieren vermag. (vgl. Beauregard/Haila, 2000 :24) Entsprechend des Konzepts der Edge-City (1) kollidieren alte und neue Prozesse, was bedeutet, dass die zeitliche Komponente auf die räumliche Teilung aufgrund einer möglichen Historizität Einfluss nimmt. Auch werden Raumtrennungen (2) durch die unterschiedliche Verweildauer der AkteurInnen vorgenommen; es bestehen Unterschiede zwischen jenen die langfristig planen und bauen, und jenen die ein Bauprojekt als kurzfristiges Investitionsprojekt sehen. Beide bemühen sich jedoch, aufgrund der unterschiedlichen Interessenslage um eine bestimmte Charakterisierung des zu errichtenden, oder auch bereits vorhandenen Raumes. Diese muss dabei nicht per se einer ökonomischen oder politischen Funktion entsprechen da die AkteurInnen als Subjekte agieren und dementsprechend auch andere Handlungsmuster zum Ausdruck kommen können. Letzter relevanter Einfluss auf die räumliche Trennung innerhalb der urbanen Rahmenbedingungen (3) wird von räumlich-strukturellen, respektive physischen Veränderungen, welche innerhalb einer Stadt positioniert werden, ausgeübt. Insgesamt kann folglich von einem vielschichtigen und dynamischen Prozess der räumlichen Konzeption ausgegangen werden, der nur in Maßen kontrollierbar ist. (vgl. Beauregard/Haila, 2000 :26)

Entsprechend der Faktoren für eine räumliche Trennung nach Beauregard und Haila darf angenommen werden, dass entsprechend der ersten beiden Kriterien eine geringere emotionale Bindung besteht wenn Kapital im Städtebau nicht von lokal verankerten InvestorInnen kommt (im weiteren delokalisiertes Kapital). Diese mangelnde Bindung des delokalisierten Kapitals an einen Standort nimmt folglich auf die späteren Bewohner- und ArbeiterInnen innerhalb des Viertels, sowie jene vom Stadtteil weiter marginalisierten Bevölkerungsgruppen innerhalb der Metropolenregion Einfluss.

In Anbetracht der Tatsache, dass sich Metropolenregionen als Edge-Cities über mehrere Zentren definiert werden, kann dennoch von Interaktionen der inkludierten, sowie auch exkludierten Personen ausgegangen werden, sodass ein mehr-knotiger urbaner Raum entsteht, dessen Verbindungen insbesondere durch die inhaltliche Spezialisierung der einzelnen Stadtteile zur Notwendigkeit werden. Daraus ergibt sich einerseits eine gegenseitige Dependenz, andererseits entstehen Viertel die in ihrer Funktion zwar mit den Eigenschaften herkömmlicher Edge-Cities einhergehen, aber dennoch kein tatsächliches Zentrum darstellen. Wenn BewohnerInnen eines Stadtteils zwar als unsichtbare Arbeitskräfte im Hintergrund agieren, allerdings nicht ausreichend Mittel zur Verfügung stehen um auf unterschiedlichsten Ebene des gesellschaftlichen Lebens einer Metropolenregion teilzuhaben, kann aus Perspektive der weniger privilegierten Gesellschaftsgruppen von einer bestimmten Abwesenheit des Stadtviertels als Zentrum der Metropolenregion gesprochen werden. Bei Analyse einer Metropolenregion in Hinblick auf ein neu zu errichtendes finanzstarkes Zentrum besteht in Anbetracht sozio-politischer Differenzen innerhalb der Gesellschaft folglich die Notwendigkeit das Konzept der Edge Cities durch eine Differenzierung zu erweitern, die über die An- und Abwesenheit einer ordinary living pattern Räume aufgrund der spezifischen Gruppenzugehörigkeit definiert. Hiermit wird eine gesamtgesellschaftliche sozio-politische Nachhaltigkeit als Perspektive für das Bauprojekt „Eko-Atlantik City“ und auch für weitere Großbauprojekte in Frage gestellt.

Sozio-politische Nachhaltigkeit – Sprechen wir von einer sozio-politischen Nachhaltigkeit, werden zwei Konzepte unabdingbar miteinander verbunden. Dazu gehören einerseits die Idee der sozialen Nachhaltigkeit, sowie andererseits das Konzept des Empowerment, bzw. der politischen Selbstermächtigung. Letzteres bezeichnet die „allgemeine Befähigung gesellschaftlich benachteiligter Gruppen zu selbstbestimmten Handeln zwecks aktiver Teilnahme an Entscheidungsprozessen und Maßnahmen, die sie selbst betreffen, sowie gleichberechtigter Teilhabe an Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.“ (Nohlen, 2005 :190) Dabei kann Empowerment nicht als neutraler Begriff verstanden werden, sondern nimmt auf bestehende Beziehungen, im Sinne von hegemonialen Verhältnissen, Bezug. Dies ist für die Untersuchung der Fragestellung insofern von Bedeutung, als dass der lokal verankerten Gesellschaft das delokalisierte Kapital einer oder mehrerer externer AkteurInnen gegenübergestellt wird.

Der Begriff der sozialen Nachhaltigkeit kann aufgrund der vielschichtigen Verwendung bisher nicht eindeutig definiert werden und spiegelt je nach Ansatz unterschiedlich gewichtete Verhältnisse ökonomischer, ökologischer und sozialer Teilhabe wieder. Die Integration sozio-politischer Fragestellungen in die Nachhaltigkeitsdebatte weist auf ein mehrgliedriges Säulenschema hin, welches eine von z.B. ökologischen Überlegungen teilweise losgelöste Untersuchung im Rahmen der Nachhaltigkeit zulässt. Ausgehend von der Annahme der Existenz unterschiedlicher Systeme, welche versuchen soziale Nachhaltigkeit sicherzustellen, beschränke ich mich auf jene zweite Kategorie nach Pearson, der den Momenten der politischen Teilhabe eine besondere Bedeutung zuspricht: „The functional system of politics comprises the formation of political attitudes, opinions, orientations and decisions as well as the implementation thereof by means of specific activities, measures and institutions.“ (Pearson, in: Littig/ Grießler, 2005 :71)

Aufgrund der erfolgreichen Abstrahierung einzelner Teilbereiche des Konzeptes werde ich im Weiteren nicht vertiefend auf Kreation und Kritik der gängigen Drei-Säulen Konstruktion von Nachhaltigkeit eingehen. Wer aber theoretische Konzeptionen bezüglich bestehender Nord-Süd Diskrepanzen annimmt und diese auf das Verhältnis zwischen lokaler Bevölkerung und dem delokalisierten Kapital überträgt, kann Analogien in den Überlegungen zur Thematik der sozialen Nachhaltigkeit, sowie dem politischen Empowerment finden: „Sustainable development might best be characterized as a contested discursive field which allows for the articulation of political and economic differences between North and South and introduces to environmental issues a concern with social justice and political participation.“ (Becker et aI., in: Littig/ Grießler, 2005 :68)

Für eine Reihe an KritikerInnen reicht dies allerdings nicht aus, da die Zusammenhänge als zeitlich determiniert hervorgehen und in der Folge kein zwingendes, direktes Verhältnis zu späteren Generationen einer Gesellschaft besteht. Gleichzeitig sind unmittelbare Auswirkungen auf nachfolgende Generationen auch im Falle der sozio-politischen Nachhaltigkeit nicht ausgeschlossen, wenn selbst eine solche aktuell nicht nachgewiesen werden kann. Die Schwierigkeiten der Definition sozialer Nachhaltigkeit können derzeit folglich nur fallspezifisch erklärt und angewandt werden, da das Soziale zu breit und die angemessene Betrachtungsperspektive zu weitläufig erscheint und entsprechend analytische sowie normative Aussagen in ein unklares Verhältnis zueinander bringt.

Lagos als Finanzmetropole: Die Bedeutung delokalisierten Kapitals

Wer von delokalisiertem Kapital und Großinvestments, sozio-politischer Nachhaltigkeit und aber auch relativer Deprivation spricht, denkt nicht zwingend an die Millionenstadt Lagos. Die ehemalige Hauptstadt Nigerias ist eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaftsmetropolen des Kontinents, die Anreiz für ArbeitsmigrantInnen und Flüchtlinge aus dem Umland, sowie für finanzstarke InvestorInnen weltweit darstellt. Die strategisch günstige geographische Lage an der westafrikanischen Atlantikküste macht Lagos zu einem der Zentren für den kontinentalen Warenverkehr und steht hierbei mit einigen nord-, und südafrikanischen Städten im Konkurrenzkampf. Der stetig wachsende Murtala Muhammad International Airport ist neben den drei Häfen einer der wichtigsten Verkehrskontenpunkte der Metropolenregion Lagos. Wer versucht die Metropole auf ihre ökonomischen Ressourcen hin zu untersuchen stellt fest: Die nigerianische Hafenstadt vereint Energiereserven in Form von Öl und Erdgas, sowie eine unzählige Anzahl an Menschen die unter widrigsten Bedingungen zu arbeiten bereit sind.

Darüber hinaus ist Lagos auch das Finanzzentrum der Region. Ein Schuldenerlass durch den Pariser Klub im Jahre 2005 und die anschließende Tilgung der Restschulden als erster afrikanischer Staat, sowie eine stabile Fiskalpolitik haben dazu geführt, dass eine Reihe von Banken in der Stadt ansiedelte. Neben der First Bank, der Zenith Bank International, der Guaranty Trust Bank und dem größten nigerianischem Bankhaus, der Intercontinental Bank, ließen sich seither auch zahlreiche kleinere Unternehmen im Finanz- und Versicherungssektor in der Wirtschaftsmetropole nieder. (vgl. Ernst, 2006 :URL)

Die Auswirkungen des Wirtschaftsbooms auf die Bevölkerung sind, neben der Schaffung von Arbeitsplätzen, auch negativer Art. Die hohe Anzahl an notwendigen Importwaren und Preissteigerungen der Lebenshaltungskosten machen ein Leben in Lagos zum täglichen Kampf für die weniger privilegierten Gesellschaftsschichten. Hierbei wird ersichtlich, dass es eklatante Differenzen bei der ökonomischen Situation der Gesellschaft innerhalb ein und demselben urbanen Großraum gibt. "Makoko auf dem Wasser" by H.Böll Stiftung, flickrDie Differenzen stellen sich hierbei bereits so tiefgreifend dar, dass Robert Reich, Politikwissenschaftler an der Universität Berkeley, auf folgendes Phänomen aufmerksam macht: „[…] local forms of social solidarity become less important because elites show an increasing international orientation and become less dependent on the services of lower status groups in neighborhoods. There is no need for the rich to live in close proximity to those of lesser wealth. If they even live in the same neighborhoods, the life world of the wealthy is clearly their living neighborhood“ (Reich; in Marcuse, 2000 :6)

Aufgrund der fehlenden Bindungen an einen bestimmten Ort kommt es zu Phänomenen, die am Beispiel der „Eko-Atlantic City“ aufgezeigt werden können. Hierfür führen Beauregard und Haila vier Charakteristika der globalen Eliten aus, die sich nachhaltig auch auf die physische, sowie sozio-politische Kreation des urbanen Raumes niederschlagen und unter insbesondere auf die zunehmende Technologisierung im Kommunikations- und Mobilitätswesen zurückgeführt werden können: „(1)The greater potential for large-scale development projects, (2) changes in the ownership pattern of industrial property, (3) property value inflation caused by global portfolios, and (4) real estate cycles and the architectural fabric of the city”. (Beauregard/ Haila, 2000 :32)

Jene Charakteristika stellen weitgehend die Vorgangsweißen und auch Interessen des delokalisierten Kapitals in Form von ausländischen InvestorInnen dar, und nehmen Einfluss auf die BewohnerInnen der Metropolenregion. Marcuse führt das vergrößern der Kluft zwischen den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und Wirtschaftsformen weiter aus, und bringt dabei auch die unmittelbaren Folgen für jene Gruppen zum Ausdruck, die nicht entsprechend der Logik globaler Wirtschaftsmetropolen teilhaben: “(…) for the very poor […] their spatially defined neighborhoods, while in ways growing even more important for their residents, become more and more irrelevant to the functioning of the mainstream economy.“ (Marcuse, 2000 :7)

Es ergibt sich also eine Spaltung zwischen der lokalen verankerten Bevölkerung und der globalen ökonomischen Elite. Ich argumentiere hierbei, dass eben diese fehlenden Bindungen im Weiteren zu Differenzen innerhalb eines urbanen Raumes führen können, und durchaus auch das Potential haben über die Grenzen neu errichteter Stadtviertel hinaus zu wirken und auch zum Ausdruck gebracht werden können. Die unterschiedlichen Formen der Gebundenheit an einen bestimmten Raum, aber auch die relative Größe und Geschwindigkeit städtebaulicher Maßnahmen für die Gestaltung des urbanen Raumes sind Anlass genug, um nicht von einer synchronen Entwicklung von Räumlichkeit, sozialen Verbindungen, ökonomischen Praxen und politischen Zugehörigkeiten auszugehen: „One cannot but expect that the spatial form of the city will change more slowly than social relations, economic practices, and political arrangements. People and institutions have invested dearly in the city as it is. The value of their investments depends on relationships continuing relatively unchanged.” (Beauregard/ Haila, 2000 :36)

Das Umsetzen von Großbauprojekten im Sinne des delokalisierten Kapitals stellt folglich, innerhalb einer Metropolenregion die in einem globalen Kontext bereits von relativer Deprivation gekennzeichnet ist, einen starken Eingriff in die soziale wie auch politische Selbstwahrnehmung der vor Ort angesiedelten Bevölkerung dar. Da Anwesenheit durchaus auch als spezifische Bedingung für die Umsetzung insbesondere politischer Handlungen innerhalb des urbanen Raumes gesehen werden kann, stellt sich folglich die Frage nach den Formen der Repräsentation der nicht anwesenden gesellschaftlichen Gruppen. Die Formen der opponierenden politischen Identitäten sollen daher im Weiteren vertieft werden.

Die Frage nach politischer Identität

Um die Relation zwischen Städteplanung und politischer Identität als Selbstwahrnehmung zu vertiefen, ist es hilfreich, sich auf ein Konzept der politischen Teilhabe im breitesten Sinne zu verständigen. Hierbei wird zunächst vom Bilden von Gruppierungen durch ähnliche Interessen, wie etwa soziale Umstände oder etwa auch ökonomische Bedingungen ausgegangen. Die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zur politischen Interaktion innerhalb eines bestimmten urbanen Kontextes kann bereits als Ansatz für das Austragen von Konflikte zwischen opponierenden politischen Gruppen gesehen. Interessant ist es hierbei stets auch die Rolle beider politischen AkteurInnen zu reflektieren, da diese gegenseitig Aufschluss über die politische Selbstwahrnehmung des jeweils anderen zu geben vermögen: “Through orientations, strategies and technologies as forms of being political, beings develop solidaristic, agonistic and alienating relationships. These forms and modes constitute ontological ways of being political in the sense that being implicated in them is not necessarily intentional but purposive”. (see Isin, 2002 :13)

Das Bedürfnis der eigenen Positionierung und ständigen Re-Positionierung innerhalb eines Diskurses geht hier von einem individuellen Verlangen nach Anerkennung, aber auch von einer Zugehörigkeit zu Orten aus. Was Isin mit Rootedness beschreibt führt Varsanyi in Bezug auf die institutionalisierte Form der Teilhabe, der BürgerInnenschaft aus. StaatsbürgerInnenschaft “(…) is replaced with the Lefebvrian ideal of residence and lived presence in urban space as being the most important and central facto of urban membership. This creates the potential for a new politics in which inhabitance (…) forms the basis for political community (…)”. (Varsanyi, 2006 :240)

In der Konzeptualisierung von E. Isin wird das politische Selbst äußerst breit definiert und versteht sich als Teil inklusiver, als auch exklusiver Handlungen durch Einzelpersonen oder Gruppen. Dabei stellt der urbane Raum die Rahmenbedingungen für die Anwendung von Mechanismen der Differenzierung, sowie Vereinigung von Menschen zur Verfügung. Isin führt dementsprechend aus: “The city is a difference machine insofar as it is understood as that space which is constituted by the dialogical encounter of groups formed and generated immanently in the process of taking up positions, orienting themselves for and against each other, inventing and assembling strategies and technologies, mobilizing various forms of capital and making claims to that space that is objectified as the city. The city is a crucial condition of citizenship in the sense that being a citizen is inextricably associated with being of the city”. (Isin, 2002 :283) Die Diskrepanz von „sich in der Stadt aufhalten“ und „von der Stadt sein“ (be in the city/ be of the city) deutet abschließend auf die notwendige politische Aktivität durch Gruppen, welche die Konzeption des urbanen als sozialen Raum durch das Artikulieren von Forderungen in Bezug auf die eigene politische Selbstwahrnehmung voraussetzen und legitimieren.

Aufgrund der Eigenschaften politischer Selbstwahrnehmung, die auf physischem Diskurs zweier oder mehrerer Parteien basiert, sowie der Qualitäten des delokalisierten Kapitals, kommt es zu einer Konfliktlinie, die nicht im herkömmlichen Sinne nachvollzogen werden kann. Die Abwesenheit der VertreterInnen jenes delokalisierten Kapitals welches für die Errichtung der „Eko-Atlantic City“ benutzt wurde, führt zu einem Diskurs der lokalen Bevölkerung mit einem Gegenüber, das für die diese nicht greifbar ist. So kann angenommen werden, dass die architektonischen und städtebaulichen Maßnahmen an sich zu einer Form des Gegenüber wahrgenommen werden, die in einem gesamt-urbanen Kontext der Stadt Lagos gesetzt werden können. Die Zuschreibungen, welche in Folge anhand der physischen Räume dargestellt werden sollen, nehmen auch Einfluss auf die späteren Beziehungen zwischen jenen Menschen die zum Teil mit ihrer Arbeitskraft den Stadtteil erschaffen haben, selbst aber keine Möglichkeiten haben in diesen später sichtbar integriert zu sein, und jenen Menschen die nach Fertigstellung in den Stadtteil ziehen, diesen bewohnen und beleben.

Eko Atlantic’s Problem – Konfliktlinien

Wer sich mit Architektur und städtebaulichen Maßnahmen des neuen Stadtteils der Millionenmetropole Lagos auseinandersetzt, wird feststellen, dass der Maßstab und Erwartungen auch im Vergleich zu anderen Großbauprojekten sehr ambitioniert angelegt wurden. Die hohen Ambitionen können insbesondere in Zusammenhang mit den umliegenden Konfliktpotentialen politischer, sozialer und ökonomischer Räson verstanden werden: „Instead of the claustrophobic city environment of Lagos, Eko Atlantic will provide dramatic views over the Atlantic Ocean, clear, tree-lined streets and open spaces. Each district of the new city will have a well-designed mix of residential developments, offices and commercial buildings, shops, bars and restaurants. Facilities for socialising for business or pleasure will always be just around the corner, creating a safe atmosphere for people to live, work and play.“ (Eko Atlantik, 2011 :URL)

Die Angaben, welche auf dem offiziellen Webauftritt der „Eko-Atlantic City“ gemacht werden, beschreiben architektonische Überlegungen und räumliche Konzepte, welche bereits in ihrer Anordnung nur bedingt nahtlos in ihre Umgebung eingefügt werden kann. Insbesondere können drei größere bauliche Maßnahmen beschrieben werden, die eine eklatante Differenzierung ärmerer Siedlungen, sowie auch informeller Siedlungen, zulassen.

Durch die großflächige Aufschüttung des ökologisch sensiblen Küstengebietes vor Lagos ergibt sich Bauland, das zunächst an die ursprünglichen Küstenlinien anzugrenzen scheint. Trotz der upper-class housing areas, welche sich über große Teile des Stadtteil Victoria Island erstrecken, wird der neue Stadtteil „Eko-Atlantik“ von einer querenden Verkehrsachse vom früheren Festland abgegrenzt. Direkt an der Verkehrsachse sollen ein Finanzzentrum und der Stadtteil „Eko-Drive“, sowie im östlichen Stadtteil „Marina“, an den ehemaligen Küstenraum der Victoria Island verkehrstechnisch, aber auch sozial angebunden werden. Die Trennung einzelner Distrikte durch befestigte Avenues, sowie Wasserstraßen im Rahmen der Marina, verdeutlicht die Zweckmäßigkeit der einzelnen Distrikte, die im Gegensatz zu den weiteren Stadtteilen von Lagos einen signifikant höheren Grad an Spezialisierung innehaben.

Ein zweiter, durchaus architektonischer, Aspekt steht mit der Spezialisierung in Zusammenhang. Die Form der Bebauung und Nutzung der neuen Stadtteile distanziert sich einerseits durch die Nutzungsformen von den Bedürfnissen der ärmeren Bevölkerungsschichten, und hinterfragt darüber hinaus auch die urbanen Strukturen des überwiegend von finanziell besser bestellten BewohnerInnen belebte Stadtviertels Victoria Island. Lange Geraden und weite Plätze sollen die Straßen so formen, dass sie, entgegen der früher errichteten städtischen Strukturen, gut einsehbar sind und durch Privatisierung der einzelnen Segmente Sicherheit demonstrieren. Die Zusammenhänge zwischen Privatisierung und Sicherheit, respektive Überwachung, der (einst) öffentlichen Plätze wurden etwa am Beispiel der Stadt Glasgow aufgezeigt. (MacLeod, 2002) Die Kombination aus schwachen soziale Auffangnetzen und der Verdrängung von Orten durch zunehmende Überwachung führt zu einer steigenden Polarisierung von einkommensschwachen und einkommensstarken Bevölkerungsschichten, entlang bestehender Konfliktlinien. Diese können hierbei als einerseits geographisch flexibel, insbesondere allerdings thematisch-inhaltlich gesehen werden.

Ein dritter wichtiger Aspekt der Bebauungsstruktur liegt in der für die einzelnen Stadtviertel vorgesehene Nutzung (vgl. Eko Atlantic, 2011: URL) die sich insbesondere an vermögende BewohnerInnen der Metropolenregion richtet, woraus sich eine Ironie ergibt. “(…) Whilst mall designers are being authorized, in architectural terms, to recreate the street and an organic civic milieu, so intensifying pressures to maximize the profitability of retail space often leads to a penal exclusion of street people, political campaigners, and independent artists, all of whom might be deemed to compromise the strict ethics of consumerist citizenship“. (MacLeod, 2002 :607)

In beiden Überlegungen, welche einer kritischen Betrachtung der Entwicklung des Zentrums von Glasgow entspringen, liegen – in Bezug auf die Integration neuer Stadtviertel – auch Ansätze zum Überdenken aktueller und zukünftiger Policy-Strategien der subsahara-afrikanischen Metropolen. In Anbetracht der Tatsache, dass entsprechende Diskussionen im wissenschaftlichen Diskurs bereits vor Jahren aufgegriffen wurden und weiterhin aktiv diskutiert werden, kann unter anderem auf Henry Lefebvre, ebenso wie auf Marc Augè, David Harvey, Saskia Sassen, Gordon MacLeod und weitere AutorInnen verwiesen werden.

Unter zur Kenntnisnahme der Fragestellung nach dem Einfluss beschriebene Maßnahmen auf die persönliche politische Selbstwahrnehmung sollten noch einige abschließenden Aspekte zum Ausdruck kommen.

Conclusio

Um eine stichhaltige Conclusio formulieren zu können, bedarf es zunächst einer Einschätzung entsprechend der zu Beginn aufgestellten Hypothesen. Wie angenommen kann nicht nur am Beispiel „Eko-Atlantic City“, sondern auch anhand weiterer Großbauprojekte nachgewiesen werden, dass eine nahtlose Integration neuer Stadtteile nicht zwingend oberste Priorität erfährt. Die Umsetzung einer „Sicherheit im öffentlichen Raum“ nimmt hierbei eine besondere Rolle ein, wobei das Schaffen eines möglichst Konsumentenfreundlichen Ambientes Ziel der Maßnahmen ist und daher zumeist in der sozioökonomischen Selektion liegt.

Weiter kann angenommen werden, dass die Möglichkeit nach einer erfahrungsbezogenen Bindung an einen spezifischen Ort in diesem Fall mühsamer erscheint als üblich, da durch das Aufschütten einer Bucht gänzlich neues Land entsteht das erst im Zuge der Entstehung Geschichten in sich zu beherbergen vermag. Ob der Stadtteil in Zukunft positiv oder negativ von seinen BewohnerInnen und auch BewohnerInnen anderer Stadtviertel angenommen wird, kann derzeit nicht analysiert werden. Eine zeitlich vergleichende Analyse der Metropolenregion Lagos könnte darüber einen wesentlich tieferen Einblick geben, wobei auch andere Faktoren in der Stadtforschung zu berücksichtigen sind.

Zentraler Aspekt der Fragestellung stellten in dieser Arbeit die Zusammenhänge zwischen Architektur und der politischen Selbstwahrnehmung der einzelnen AkteurInnen dar. Das Beispiel „Eko-Atlantic City“ umfasst mehrere Ebenen der (Un-)Sichtbarkeit und somit auch unterschiedliche Chancen der politischen Interferenz durch Diskurs. (vgl. E. Isin, 2002) Die Abwesenheit der FinanzinvestorInnen als BewohnerInnen, das vorläufig angenommene Fehlen persönlicher Bezugspunkte für eine große Mehrheit der Bevölkerung und die vermeintliche Exklusivität des Projektes werden in der Folge zu den, durch Architektur transportierten, Inhalten. Die Annahme fehlender Bezugspunkte und Geschichten stellt ohne weiteres eine jener Anknüpfungsmöglichkeit für vertiefende wissenschaftliche Erhebungen dar.

Bedeutend ist, dass die architektonisch transportierten Implikationen sich im Diskurs gegenüber VertreterInnen der einkommensschwachen Stadtviertel zu positionieren versuchen. Dies geschieht reziprok, wobei bedacht werden sollte, dass Diskurs divers funktionieren kann, und nicht politische VertreterInnen, sondern Menschen gemeint sind, die aus einkommensschwachen Vierteln stammen und in irgendeiner Form mit dem Großbauprojekt in Verbindung treten. Als Beispiel dafür könnte etwa die Annahme eines zeitlich begrenzten Jobengagements im Bausektor, mit welchem durchaus auch positive Ereignisse und Geschichten ärmerer Bevölkerungsschichten verknüpft werden können, genannt werden. Die Problematik liegt hierbei in der zeitlichen Dimension der Kontinuität mit der Großbauprojekte ihre inskribierten Bedeutungen mit sich tragen und nur schwerlich die eigene Position im Diskurs verändern. Darüber hinaus ist es als problematisch zu verstehen, dass die Auswirkungen aktueller Perzeption unweigerlich zunächst auch auf die BewohnerInnen der neuen Stadtteile übertragen werden.

In Bezug auf die vierte Hypothese kann festgehalten werden, dass das Schaffen eines neuen Stadtviertels für finanzstarke AkteurInnen durch die kommunikative und strukturelle Exklusivität eine Basis für eine stärkere politische Selbstidentifikation im Sinne lokal begrenzter Solidarität führt. Mit „Eko-Atlantic City“ und weiteren Großbauprojekten, könnte Lagos zu einem ungewollten Beispiel subsahara-afrikanischen Städtebaus werden, da insbesondere die Stadtbewohner unterprivilegierter Stadtviertel bereits eine Reihe an Funktionen übernehmen, die sonst auf Verwaltungsebene der Stadtregierung obliegen, somit politische Gruppen nach E. Isin bereits etabliert und auch handlungsbereit erscheinen. Beobachtende Langzeitstudien, aber auch vergleichende Analysen mit ähnlichen Metropolenregionen, wie auch problemzentrierte Interviews oder auch Analysen der politischen Basisstrukturen innerhalb unterprivilegierter Siedlungen stellen eine Vielfalt der Möglichkeiten dar, um eine stichhaltige Beantwortung der Fragestellung zu ermöglichen.

Referenzen

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Ernst, Sonja (2006): “Lagos, Hyperwachstum – ungebremst und informell“, Bundeszentrale für Politische Bildung, Dossier: Megastädte. URL: http://www.bpb.de/gesellschaft/staedte/megastaedte/64606/lagos?p=all 

Isin, Engin (2002): “Being political: Genealogies of citizenship”, University of Minnesota Press, Minneapolis (USA).

Littig, Beate; Grießler, Renate (2005): “Social Sustainability: A Catchword between Political Pragmatism and Social Theory”, International Journal on Sustainable Development, Vol.8, Nr. 1, Vienna.

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Marcuse, Peter; Ronald, van Kempen (2000): „Globalizing Cities – A New Spataial Order?“, Blackwell Publishing, Oxford (UK).

Nohlen, Dieter; Schultze, Rainer-Olaf (2005): „Lexikon der Politikwissenschaft – Band 1 A-M“, C.H. Beck Verlag, München.

Townsend, Peter (1979): „Poverty in the United Kingdom“, in: Hempstead, Hemel; „The International Analysis of Poverty, Harmondsworth (UK).

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Varsanyi, W. Monica (2006): “Interrogating Urban Citizenship vis-à-vis Undocumented Migration”, in: Citizenship Studies, Routledge, Vol.10, No.2, S.229-249.

Walker, Alan; Walker Carol (1996): „Poverty“ in: Kuper, Adam; Kuper, Jessica; „The Social Science Encyclopedia“, 2nd Edition, Routledge, London (UK).

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