Grenze Re-konzeptualisieren

Mauern sind en vogue. In Europa gibt es sie in Form von Meeren, Flüssen und Mauern entlang der Balkanroute, am Brenner, an der EU-Aussengrenze. Mauern gibt es auch in Cauta/ Melilla und Mauern gibt es in Saudi Arabien in China und – wenn Trump seine Drohungen wahr macht – bald auch schon in einer nie da gewesenen Form entlang der US Grenze zu Mexiko.

Second Wall of America

‚Second Wall of America‘ von Gautier Piechotta und Wu Di – Building the Border Wall, 2017.

Wie man die für den Bau der Mauer veranschlagten 2100000000000,00 USD im Sinne eines Mauerbaus verwenden kann überlegen sich nun die potentiellen Auftragsnehmer. Nachdem sich das Mexikanische Estudio3.14 noch während dem Wahlkampf mit der Frage nachdem Mauerbau auseinandergesetzt hatte, gibt es nun bereits erste Ideen zur designorientierten Re-konzeptualisierung der US Grenze: besonders das Siegerprojekt ‚Second Wall of America‘ von Gautier Piechotta und Wu Di besticht durch politischen Konflikt, Nachhaltigkeit und Porösität.

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18,501 deaths in 3 years

Numbers?

“That’s 1,096 days, according to the calendar – or almost 20 deaths per day. And we don’t believe we are anywhere near counting all of the victims. We are past the time for counting. We must act to make migration legal, safe and secure for all.”

William Lacy Swing, IOM’s Director General

Most migrants or refugees die in the Mediterranean. Find the full IOM news report here.

#thishumanworld 16

Vor zwei Tagen hat in Wien das #thishumanworld begonnen. In meiner persönlichen Auswahl finden sich Filme aus und über Afghanistan, Bosnien-Herzegovina, Italien, Japan, Russland, und Rwuanda. Herausheben möchte ich drei davon: The Last Resort thematisiert Grenzen an einem italienischen Badeort auf persönlicher aber gleichsam gebauter  Ebene ohne von Flucht und Nationalstaatlichkeit auszugehen. Frame by Frame zeigt die Nähe des Menschen im Anschluss an die Aufkündigung des Bilderverbots in Afghanistan. In Unforgiven: Rwanda stellen sich die Opfer und Täter dem Vergeben nach  Krieg und Völkermord.

Die wichtigsten Termine auf einem Blick

Sonntag 04.12: Black President von Mpumelelo Mcata (Future Perspectives) 20.30 Schikaneder // We’ll be Alright von Alexander Kuznetsov (Int. Competition) 21:00 Top Kino

Montag 05.12: The Land of the Enlightened von Pieter-Jan De Pue (360°) 20.15 Filmcasino

Mittwoch 07.12: Half-Life in Fukushima von Francesca Scalisi und Mark Olexa (Int. competition) 19:00 Top Kino // The Fog of Srebrenica von Samir Mehanivic (erinnern/vergessen – memory/oblivion) 21.00 Top Kino

Donnerstag, 08.12: Bath People von Stefania Bona und Francesca Scalisi (Bodies*) 16:00 Schikaneder //   Unforgiven: Rwanda von Lukas Augustin (360°) 18:00 Top Kino

Samstag 10.12: The Last Resort von Thanos Anastopouluos und Davide Del Degan (Borders) 18:00 Schikaneder // Frame by Frame von Alexandria Bombach und Mo Scarpelli (360°) 20.15 Top Kino

 

Intelligenzrassismus der Eliten

In Österreich sind am 04.12 der Bundespräsident gewählt. In Italien stimmt die Bevölkerung über eine weitreichende Verfassungsänderung ab. In den USA haben die Eliten auf den Deckel bekommen und in GB wurde für den Brexit gestimmt. Dabei hat sich die politisch-kommunikative Gangart, die Diskussionskultur nachhaltig verändert. Bezweifeln die jeweilig oppositionell aufgestellten Akteure die intellektuelle Leistung des Gegenüber? Herrscht immer eine Klasse? Haben wir zuviel über die weniger Intelligenten geurteilt? Müssen die Intelligentesten regieren? Resultiert Unterdrückung aus verschieden gearteter Intelligenz?

Mit dem Thema gesellschaftliche Fragmentierung durch das Argument Intelligenz setzt sich der SOWI-Stammtisch auseinander. Ein Podcast zum zuhören, zum runterladen. Hier schreibt Pierre Bourdieu zum Thema. Eine Retrospektive.

Place-making Tactics or Strategies? A Case Study on Governmental Strategies in Urban Restructuring Processes and the Effective Challenge of Asylum Seekers’ Trying to Find a Place and Way of Place-making in Bolzano

And yet another article recently published.

Abstract: European cities respond to demands arising from the global standpoint competition, supporting progress and development according to a profit-oriented ideal. Neoliberal policies and large-scale urban restructuring projects are common tools aimed to create safe cities for a shopping society. But even though persistent power relations seem to dominate the struggle for space and place in European cities, the outcome of large-scale interventions remain unpredictable.Too many people with conflicting interests take part in the daily hustle of urban societies sharing a common space. In the course of a two-month fieldwork focusing on asylum seekers, it became clear that memories, basic needs, and future perspectives were associated with specific places and became relevant for undertakings to (physically) re-shape and re-design places.

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Screenshot of the actual article 😉

 

This paper shows how asylum seekers with outstanding transnational experience but limited local knowledge about Bolzano (Italy) establish relations with specific places and develop tactics opposing governmental place-making ambitions. It outlines the separation between asylum seeker’s place-making tactics and local elites’ place-making strategies and aims for new opportunities for urban development.

Michael Anranter, 2016. Place-making Tactics or Strategies? A Case Study on Governmental Strategies in Urban Restructuring Processes and the Effective Challenge of Asylum Seekers’ Trying to Find a Place and Way of Place-making in Bolzano. In: Spaces and Flows: An International Journal of Urban and ExtraUrban Studies, Volume 8, Issue 1, pp.31-42.

Youn can buy and download the article here!

Lima’s City Planning

Ein paar Gedanken zu Stadtplanung in Lima. Das wichtigste war – wir haben einfach nicht die Ressourcen um Verbesserungen umzusetzen – schreibt Yuanxin Liao. In welchen Bereichen der low-finance Stadtentwicklung kann durch angewandte Anthropologie Abhilfe geschaffen werden? Zu blöd, dass mein Spanisch nicht vorhanden ist… Auf Englisch gibt die Zusammenfassung seiner Diskussion mit zwei Verantwortlichen der Stadtverwaltung aber Einblicke – und weitere mögliche Anknüpfungspunkte.

Public Policy Peru 2014

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Meeting at the Municipal Palace, Lima. Photo: T. Hilde

Latin American cities are famous for their “urban diseases”, such as mass unemployment, overcrowding, water and power shortages, and slums. Does Lima, the capital of Peru, have these problems, too? How is the city government dealing with poverty reduction and infrastructure building? Will the expansion of the metropolitan area put too much pressure on the environment? With these questions in mind, we stepped into the Municipal Palace of Lima and had a discussion with two city officials – one in charge of the BarrioMio Program, whose aim is to improve conditions in Lima’s surrounding shantytowns, and the other in charge of urban planning in Lima.

The two officials first gave a brief introduction of Lima’s population growth: in 1931, Lima had approximately only 450,000 residents – this number grew to 1,800,000 in 1959 and 6,500,000 in 1995. Now, the population is…

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Vereinsbasierte Strategien kultureller Vielfalt in Mailand

die Blogbeiträge sind weniger geworden. Die Publikationen mehr…

Ein Jahr lang setzte ich mich mit der Rolle von Vereinen und Museen für das Erreichen kultureller Gleichberechtigung auseinander und beschäftigte mich mit der Mailänder Vereinswelt. Mit einer explorativen Vorgehensweise analysiere ich das Selbstverständnis der Stadtgemeinde als Kommune von Milanesi, deren Vertreter_innen keine Scheu zeigen Verantwortung in Sachen Integration zu übernehmen. Wenn es nach Mailands politischer Elite geht, ist Mailand schon heute ein postmoderner und international anerkannter Standort für Exzellenz, Kunst, Kultur, und vor allem Diversität. Entgegen den großen Ambitionen, kommen im Gespräch mit transnationalen und autochthonen Vereinsvertreter_innen strategische Hürden zum Vorschein: Gleichstellung erfordert Mediation, ein Commitment gegenüber wenig vertrauenswürdigen Einrichtungen, und vor Allem eine langfristige Kultur- und Integrationsstrategie. Die dargestellten Perspektiven und Sichtweisen der Interviewpartner_innen erzählen von den Herausforderungen Mailands und anderer italienischer Städte. Sie zeigen auf, dass allein strukturelle Änderungen der Schlüssel zur gleichberechtigten Teilhabe in Städten sind.

Anranter, Michael; 2016. Vereinsbasierte Strategien kultureller Vielfalt in Mailand – Migrant_innen im Kontext städtischer Gleichstellungspolitik. AV Akademikerverlag, Social Science Series, Saarbrücken/ Düsseldorf. ISBN: 978-3-330-50781-4

Bestellt werden kann die Publikation hier.

 

lesetipp

Zweieinhalb Monate WordPress Detox. So ganz fühl ich mich dieses mal noch nicht angekommen in Wien. Unter anderem hab ich das Erntedankfest 2016 verpasst. Ein Fest, dass Peter A Krobath, Sarah Kumnig und Andreas Exner zum Anlass nehmen, das Grünraumkonzept der Stadt Wien in den Fokus zu rücken. In einem Artikel auf StadtFruchtWien stellen die Forscher fest: Die Produktion von Gemüse wird zunehmend durch eine Produktion von Gemüsegartenbildern abgelöst. Mehr dazu hier.

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